Rund 46,4 Milliarden Euro haben Unternehmen in Deutschland zuletzt in die betriebliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter gesteckt, im Schnitt 1.347 Euro pro Kopf. Das zeigt die IW-Weiterbildungserhebung 2023. 93 Prozent der Unternehmen bieten inzwischen Weiterbildung an. Die Frage ist also selten, ob geschult wird. Sie lautet eher, was genau geschult wird und in welcher Form.
Dieser Artikel ist ein Ordnungsrahmen für alle, die in der Personalentwicklung über Inhouse Schulungen und andere Personalentwicklungsmaßnahmen entscheiden. Du findest hier die gängigen Schulungen für Mitarbeiter und Führungskräfte, von der Pflichtunterweisung bis zum Change Management Training, jeweils mit einer kurzen Erklärung. Am Ende weißt du, welche Trainings es gibt, wann sich ein Inhouse-Format lohnt und wie du die passende Maßnahme auswählst.
Was ist eine Inhouse Schulung?
Eine Inhouse Schulung ist eine Schulung, die ein Unternehmen exklusiv für die eigenen Mitarbeiter bucht. Sie findet in den eigenen Räumen, an einem Tagungsort oder online statt, und Inhalte und Beispiele werden auf das Unternehmen zugeschnitten. Gegenüber dem offenen Seminar, in dem Teilnehmer verschiedener Firmen sitzen, liegt ihr Vorteil im Bezug zum eigenen Alltag. Fast jedes Thema aus diesem Artikel lässt sich als Inhouse Schulung oder Inhouse Training umsetzen, von der Fachschulung bis zur Teamentwicklung.
Welche Arten von Schulungen für Mitarbeiter gibt es?
Grob lassen sich Schulungen für Mitarbeiter in zwei Gruppen teilen. Fachliche Schulungen vermitteln Wissen für eine bestimmte Aufgabe, etwa ein Gesetz oder eine Software. Überfachliche Trainings arbeiten an dem, was in jeder Aufgabe mitläuft: wie jemand mit Druck umgeht, wie er führt, wie er spricht und wie er mit anderen zusammenarbeitet. Für diese zweite Gruppe hat sich der Begriff Soft Skills Training eingebürgert.
Die fachliche Seite ist so vielfältig wie die Berufe selbst. Die überfachliche lässt sich dagegen erstaunlich klar ordnen, und zwar in fünf Bereiche, die von innen nach außen aufeinander aufbauen:
Persönlichkeit: wie jemand sich selbst führt
Führung: wie jemand andere führt
Kommunikation: wie jemand mit anderen spricht
Teamentwicklung: wie eine Gruppe zusammenarbeitet
Veränderung: wie sich eine Organisation bewegt
Fast jedes Soft Skills Training, das du in einem Seminarkatalog findest, lässt sich einem dieser Bereiche zuordnen. Die Reihenfolge ist dabei kein Zufall. Wer sich selbst nicht gut führt, tut sich schwer damit, andere zu führen. Und ein Team verändert sich selten, solange die Einzelnen darin aneinander vorbeireden.
Fachschulungen, Pflichtunterweisungen und IT-Trainings
Bevor es um die fünf Bereiche geht, ein kurzer Blick auf den Teil des Marktes, der in vielen Unternehmen das meiste Budget bindet.
Pflichtunterweisungen sind gesetzlich vorgeschrieben oder durch Normen gefordert. Dazu gehören Arbeitsschutz und Brandschutz, Erste Hilfe, Datenschutz nach DSGVO sowie Compliance-Themen wie Geldwäscheprävention. Sie laufen heute oft als E-Learning mit kurzem Test.
Fachschulungen vermitteln Wissen für eine Rolle, zum Beispiel in Buchhaltung, Einkauf, Steuerrecht, Projektmanagement oder Produktwissen. Viele führen zu Zertifikaten, etwa im Projektmanagement nach IPMA oder PRINCE2.
IT- und Softwaretrainings decken Anwendungen wie Excel, SAP oder Microsoft 365 ab, dazu IT-Sicherheit und Security Awareness. Ein schnell wachsender Teil davon sind KI-Schulungen, die zeigen, wie Mitarbeiter mit Werkzeugen wie ChatGPT oder Copilot arbeiten.
Diese Schulungen sind unverzichtbar. Sie sind aber selten der Grund, warum ein Team nicht funktioniert oder eine neue Führungskraft scheitert. Dafür sind die überfachlichen Trainings da.
Die fünf Bereiche der Soft Skills Trainings
Soft Skills werden gern als weich belächelt. Laut IW-Weiterbildungserhebung 2023 behandeln Unternehmen soziale Kompetenzen und Führungskompetenzen in der Weiterbildung sogar seltener als fachliche Themen. Im Alltag entscheiden sie trotzdem über fast alles, etwa darüber, ob ein Konflikt früh geklärt wird oder ob eine Veränderung bei den Menschen ankommt.
Persönlichkeitstraining
Persönlichkeitstrainings setzen beim Einzelnen an. Teilnehmer erkennen, welche Muster ihr Verhalten steuern, vor allem unter Druck, und wo diese Muster sie ausbremsen. Dass sich daran etwas ändern lässt, ist gut belegt: Eine Metaanalyse von Roberts und Kollegen über 207 Studien fand messbare Veränderungen der Persönlichkeit durch gezielte Interventionen, im Schnitt über 24 Wochen. Ein einzelner Tag reicht also selten, ein Prozess über einige Wochen schon.
Selbstmanagement Seminar
Prioritäten setzen, Nein sagen, den eigenen Tag steuern, statt vom Postfach gesteuert zu werden. Sinnvoll für Fachkräfte mit vielen Schnittstellen und für alle, die ständig unterbrochen werden.
Resilienztraining
Wie Menschen in fordernden Phasen stabil bleiben. Die Gruppe lernt, Belastung früh zu erkennen und auf die eigenen Ressourcen zurückzugreifen. Häufig gebucht nach Umstrukturierungen oder in Teams mit dauerhaft hoher Last.
Stressmanagement Seminar
Konkreter als Resilienz: Was passiert in mir, wenn der Druck steigt, und was kann ich genau in diesem Moment anders machen? Es geht um eigene Stressmuster, innere Antreiber und kleine Unterbrechungen im Alltag.
Zeitmanagement Seminar
Methoden wie die Eisenhower-Matrix oder Timeboxing sind schnell erklärt. Der eigentliche Hebel sind Entscheidungen darüber, was wegfällt. Die meisten Zeitprobleme sind bei genauem Hinsehen Klarheitsprobleme.
Selbstbewusstsein Training
Für Menschen, deren Wirkung hinter ihrem Können zurückbleibt. Es geht um Präsenz in Meetings und darum, die eigene Position zu vertreten, ohne sich zu verstellen.
Emotionale Intelligenz Training
Gefühle bei sich und anderen früher wahrnehmen und im Gespräch ansprechbar bleiben, auch wenn es eng wird. Eine Grundlage für jede Rolle mit viel Kontakt zu Menschen, von der Führung bis zum Vertrieb.
Führungskräftetraining
Inhouse Schulungen für Führungskräfte sind der Klassiker der Personalentwicklung. Sie reichen von der Vorbereitung auf die erste Rolle bis zur Begleitung erfahrener Führungskräfte durch eine Umstrukturierung. Gemeinsam ist ihnen, dass Führung im Kern Kommunikation ist, aber mehr verlangt: Entscheidungen und die Fähigkeit, Orientierung zu geben, ohne sich in der Rolle zu verlieren.
Führungskräfteentwicklung
Ein Programm, das über mehrere Monate läuft. Trainingsmodule wechseln mit Einzelcoaching und Phasen im Alltag. Das lohnt sich vor allem, wenn mehrere Führungskräfte gemeinsam wachsen sollen.
Vom Mitarbeiter zur Führungskraft
Für den Schritt in die erste Führungsrolle. Themen sind der Rollenwechsel vom Kollegen zum Chef, die ersten schwierigen Gespräche und das Loslassen alter Aufgaben.
Mitarbeitergespräche führen
Jahresgespräch, Zielvereinbarung, Kritikgespräch: Führungskräfte üben die Gespräche, die sie am häufigsten aufschieben. Wer sich für den Einstieg interessiert, findet im Artikel über schwierige Gespräche einen Leitfaden.
Teamführung
Ein Team als Ganzes führen, nicht nur einzelne Menschen darin. Es geht um Delegation, um gemeinsame Ziele und um die Frage, wann eine Führungskraft eingreift und wann sie das Team machen lässt.
Agile Führung
Entscheidungen dorthin geben, wo das Wissen sitzt, ohne die Orientierung zu verlieren. Für Führungskräfte, deren Teams mit Scrum oder anderen agilen Methoden arbeiten.
Führen auf Distanz
Verbindlich führen, wenn das Team hybrid oder an mehreren Standorten arbeitet. Nähe entsteht hier über klare Absprachen und gute Rituale.
Gesund führen
Die eigene Gesundheit und die des Teams im Blick behalten. Führungskräfte lernen, Überlastung früh zu erkennen und anzusprechen, bei anderen und bei sich.
Change Leadership
Ein Team durch eine Veränderung führen, auch wenn selbst noch nicht alles klar ist. Dieses Training steht an der Grenze zum Bereich Veränderung und wird oft mit einem Change Management Training kombiniert.
Für Führungskräfte auf derselben Ebene ist außerdem die kollegiale Fallberatung ein starkes Format: Sie beraten sich gegenseitig an echten Fällen, nach einer Einführung ganz ohne externe Begleitung.
Kommunikationstraining
Kommunikationstrainings sind der größte und vielfältigste Bereich. Das ist kein Zufall: Fast jede Aufgabe im Büro läuft heute über Gespräche, Meetings und Nachrichten. Die folgenden Trainings sind die häufigsten, die Unternehmen buchen.
Präsentationstraining
Vor einer Gruppe sicher auftreten, überzeugen und auch mit unerwarteten Fragen ruhig umgehen. Sinnvoll für alle, die vor Kunden, Gremien oder der Geschäftsleitung sprechen. Ein paar Grundregeln stehen im Artikel über authentisches Präsentieren.
Rhetorik Seminar
Frei sprechen, klar formulieren und mit Sprache Wirkung erzeugen, ohne sich zu verstellen. Rhetorik ist breiter als Präsentation und hilft auch im Meeting oder am Telefon.
Gesprächsführung Seminar
Gespräche strukturieren, die richtigen Fragen stellen und schwierige Themen ruhig ansprechen. Eine gute Grundlage für fast jede Rolle mit Kontakt zu Kunden oder Kollegen.
Feedback Seminar
Rückmeldung geben, die ankommt, und Kritik annehmen, ohne sich sofort zu verteidigen. Hier geht es um die Fähigkeit des Einzelnen. Wie Feedback konkret aufgebaut ist, beschreibt der Artikel Feedback geben.
Aktives Zuhören
Erst verstehen, was gemeint ist, dann antworten. Die Technik geht auf den Psychologen Carl Rogers zurück und verändert jedes Gespräch, vom Kundentelefonat bis zum Konflikt im Team.
Gewaltfreie Kommunikation
Anliegen klar aussprechen, ohne anzugreifen. Nach dem Modell von Marshall Rosenberg trennen Teilnehmer Beobachtung und Bewertung, Gefühl und Bedürfnis.
Storytelling Workshop
Zahlen, Projekte und Ideen so erzählen, dass sie im Gedächtnis bleiben. Nützlich für Führungskräfte, die Strategien erklären, und für den Vertrieb.
PowerPoint Schulung
Ein Training für Folien mit klarer Storyline, die Bedienung der Software wird vorausgesetzt. Wie wird aus einer Datensammlung eine Präsentation, die eine Botschaft trägt?
Moderationstraining
Meetings und Workshops so leiten, dass Ergebnisse entstehen und alle zu Wort kommen. Für Projektleiter, Teamleitungen und alle, die regelmäßig Gruppen durch eine Frage führen.
Telefontraining
Am Telefon klar, freundlich und souverän bleiben, auch bei schwierigen Anrufern. Besonders gefragt in Kundenservice, Empfang und Innendienst.
Verkaufstraining
Im Vertrieb überzeugen, ohne zu überreden. Bedarfsanalyse, Umgang mit Einwänden und Abschluss stehen im Mittelpunkt, bei Verkäufern im Außendienst genauso wie im Innendienst.
Verhandlungstraining
In Verhandlungen klar bleiben, Interessen erkennen und zu Ergebnissen kommen, die halten. Wichtig für alle, die regelmäßig über Preise oder Ressourcen sprechen, vom Einkauf bis zum Vertrieb.
Personal Branding
Die eigene Positionierung schärfen und stimmig nach außen auftreten, etwa auf LinkedIn oder bei Kunden. Im Mittelpunkt steht das Training der Person.
Führungskommunikation
Als Führungskraft klar und wirksam kommunizieren. Erwartungen setzen, Entscheidungen erklären und Orientierung geben, auch wenn die Nachricht unbequem ist.
Teamentwicklung
Teamentwicklung setzt bei der Zusammenarbeit eines bestehenden Teams an. Ein starker Hinweis, warum sich das lohnt, kommt von Google: In Project Aristotle war psychologische Sicherheit der wichtigste Faktor dafür, ob ein Team wirksam arbeitet. Diese Sicherheit ist keine Frage der Besetzung, sie lässt sich gezielt aufbauen.
Teamtag
Ein ganzer Tag raus aus dem Alltag, mit Zeit für das, was ein Team zusammenhält. Anders als bei einem Teamevent steht hier die Zusammenarbeit im Mittelpunkt.
Teamworkshop
Ein konkretes Thema in einem klaren Rahmen: Zusammenarbeit nach einer Umstrukturierung, gemeinsame Ziele oder Abläufe. Am Ende stehen Absprachen, die im Alltag halten.
Konfliktmanagement Seminar
Spannungen früh erkennen und ruhig ansprechen, bevor sie das Team spalten. Ein bewährtes Modell dafür sind die neun Eskalationsstufen nach Glasl.
Psychologische Sicherheit
Ein Klima, in dem Fragen, Fehler und Widerspruch Platz haben. Was dahintersteckt und wie Teams es aufbauen, beschreibt der Artikel über psychologische Sicherheit im Team.
Change Management Training
Der äußerste Kreis betrifft ganze Organisationen. Change Management Trainings helfen Führungskräften und Projektteams, Veränderungen so zu begleiten, dass sie im Alltag ankommen. Ein häufig übersehenes Thema ist dabei die Veränderungsmüdigkeit, die oft fälschlich als Widerstand gelesen wird.
Change Kommunikation
Veränderung ehrlich erklären, bevor Gerüchte es übernehmen. Teilnehmer lernen, auch dann klar zu kommunizieren, wenn noch nicht alle Antworten feststehen.
Umgang mit Widerstand
Verstehen, was Widerstand schützt, und daraus Bewegung machen. Für Führungskräfte und Change-Teams, deren Veränderung im Alltag stecken bleibt.
KI Schulung
KI im Arbeitsalltag sinnvoll nutzen, mit Verstand statt Skepsis oder Euphorie. Anders als reine Softwarekurse geht es hier um den Menschen: Welche Aufgaben passen, wie werden Ergebnisse geprüft, und wer trägt die Verantwortung?
Design Thinking Workshop
Probleme aus Sicht der Nutzer verstehen und Lösungen schnell ausprobieren. Der Prozess führt vom Beobachten über Ideen bis zum einfachen Prototyp.
Innovationsworkshop
Neue Ideen entwickeln, bewerten und in konkrete nächste Schritte übersetzen. Für Teams, die für eine Frage neue Ansätze brauchen und am Ende mehr in der Hand haben wollen als eine Wand voller Haftnotizen.
Welche Trainings gibt es außerdem?
Neben den fünf Bereichen gibt es einige Trainings, die quer dazu liegen oder sehr spezielle Zielgruppen haben. Dazu zählen Sprachkurse wie Business English, Trainings zu interkultureller Kompetenz, zu Diversität und unbewussten Vorurteilen sowie Train-the-Trainer-Programme für interne Trainer. Auch Gesundheitstrainings wie Rückenschule und Ergonomie gehören in viele Programme, meist im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Und schließlich gibt es Onboarding-Programme, die neue Mitarbeiter in den ersten Wochen begleiten.
Welche davon sinnvoll sind, hängt stark von Branche und Belegschaft ab. Ein internationales Team braucht interkulturelle Trainings eher als ein regionaler Handwerksbetrieb.
Seminar, Workshop, Training oder Schulung: Was ist der Unterschied?
Im Alltag werden die Begriffe oft gleich verwendet. Trotzdem gibt es Unterschiede, die bei der Auswahl helfen. Eine Schulung vermittelt vor allem Wissen, häufig fachlich und mit klarem Lernziel. Ein Seminar setzt stärker auf Input und Austausch in der Gruppe. Ein Workshop ist das Format zum gemeinsamen Erarbeiten, oft an einem Thema, das die Gruppe selbst mitbringt. Ein Training schließlich legt den Schwerpunkt auf das Üben, bis ein Verhalten sitzt.
Weiterbildung und Fortbildung sind die Oberbegriffe darüber. Sie meinen oft längere Formate und führen nicht selten zu einem Abschluss oder Zertifikat. Für Soft Skills zahlt sich ein Format aus, in dem geübt wird. Wer nur zuhört, handelt danach selten anders.
Inhouse Schulung, offenes Seminar oder online: Welches Format passt?
Eine Inhouse Schulung lohnt sich, wenn mehrere Mitarbeiter dasselbe Thema brauchen oder ein Team gemeinsam an seiner Zusammenarbeit arbeiten soll. Ihre größte Stärke ist der Zuschnitt: Gearbeitet wird an echten Fällen, und die gemeinsame Sprache bleibt nach dem Training im Team. Der Nachteil ist, dass der Blick von außen fehlt und manche vor Kollegen weniger offen über heikle Themen sprechen. Klare Regeln zur Vertraulichkeit und ein Trainer, der den Raum halten kann, gleichen das aus.
Offene Seminare besuchen Teilnehmer aus verschiedenen Unternehmen. Sie eignen sich für Einzelne mit einem speziellen Thema und bringen den Blick von außen mit.
Online-Trainings und E-Learning sind ideal für Wissensthemen, Pflichtunterweisungen und verteilte Teams. Bei Themen wie Konflikt oder Vertrauen stößt ein Bildschirm schneller an Grenzen.
Blended Learning verbindet beides, etwa ein Präsenztraining mit kurzen Online-Einheiten oder Einzelcoaching danach. Diese Kombination ist oft am wirksamsten, weil das Gelernte zwischen den Terminen im Alltag erprobt wird.
Inhouse Schulung planen: So findest du die passende Maßnahme
Die wichtigste Frage stellt sich vor jedem Katalog: Was soll sich nach dem Training konkret anders zeigen? Erst wenn das klar ist, lässt sich ein passendes Format finden. Bewährt haben sich vier Schritte.
Anlass klären. Was hat die Anfrage ausgelöst? Ein Konflikt, eine Umstrukturierung, eine neue Führungskraft oder eine Mitarbeiterbefragung mit unerwarteten Werten.
Zielgruppe festlegen. Geht es um Einzelne, um ein ganzes Team oder um eine Hierarchieebene? Davon hängt ab, ob Training, Teamentwicklung oder Coaching passt.
Wirkung messbar machen. Woran erkennt ihr in drei Monaten, dass sich etwas verändert hat? Das Kirkpatrick-Modell hilft, das vorher festzulegen.
Transfer mitplanen. Was passiert nach dem Training im Alltag? Ein Folgetermin, Coaching oder eine kurze Rückmeldung nach einigen Wochen.
Der vierte Schritt wird am häufigsten übersprungen. Dabei zeigt eine Befragung von Saks und Belcourt unter Weiterbildungsverantwortlichen aus 150 Organisationen, wie schnell Gelerntes verblasst: Direkt nach dem Training wenden es 62 Prozent der Teilnehmer an, nach einem Jahr nur noch 34 Prozent. Am stärksten hing der Transfer mit dem zusammen, was vor und nach dem Training im Arbeitsumfeld passierte. Woran du einen guten Anbieter erkennst, steht im Artikel Trainer finden.
Was kostet eine Inhouse Schulung?
Inhouse Schulungen werden in der Regel pro Tag abgerechnet, offene Seminare pro Teilnehmer. Bei einem Tagessatz spielt die Gruppengröße für den Preis kaum eine Rolle, deshalb wird eine Inhouse Schulung ab einer Handvoll Teilnehmern pro Kopf oft günstiger als ein offenes Seminar. Zur Orientierung: Bei mir liegt der Tagessatz bei 2.000 €, dazu kommt je Trainingstag ein Konzeptionstag. Ein eintägiges Training für 12 Menschen kostet damit rund 333 € pro Kopf.
Auch die Zeit der Mitarbeiter ist ein Kostenfaktor. Nach der IW-Erhebung entfällt knapp die Hälfte der Weiterbildungskosten auf die bezahlte Arbeitszeit während der Schulung. Betrieblich veranlasste Schulungen gelten steuerlich in der Regel als Betriebsausgabe. Zudem gibt es Förderprogramme der Agentur für Arbeit, etwa nach dem Qualifizierungschancengesetz. Welche davon im Einzelfall greifen, klärst du am besten mit Steuerberatung oder Arbeitsagentur.
Fazit
Schulungen für Mitarbeiter und Führungskräfte lassen sich in fachliche und überfachliche Trainings teilen. Die fachliche Seite ist so vielfältig wie die Berufe. Die überfachliche ordnet sich klar in fünf Bereiche, von der Persönlichkeit über Führung, Kommunikation und Teamentwicklung bis zur Veränderung. Fast alle davon funktionieren als Inhouse Schulung, und dort wirken sie oft am stärksten, weil sie an echten Situationen ansetzen. Wer in der Personalentwicklung entscheidet, fährt gut damit, zuerst den Anlass zu klären und erst danach über Bereich und Format zu entscheiden. Manchmal reicht es, einmal genau hinzusehen, um zu merken, dass das eigentliche Thema ein anderes ist als das, mit dem die Anfrage begann.
Häufige Fragen zu Inhouse Schulungen für Mitarbeiter
Welche Inhouse Schulungen gibt es für Mitarbeiter und Führungskräfte?
Inhouse Schulungen lassen sich in fachliche und überfachliche Trainings teilen. Fachlich sind etwa Pflichtunterweisungen, Fachschulungen und IT-Trainings. Überfachliche Trainings ordnen sich in fünf Bereiche: Persönlichkeit, Führung, Kommunikation, Teamentwicklung und Veränderung. Für Führungskräfte kommen vor allem Führungskräftetrainings und Programme zur Führungskräfteentwicklung dazu.
Welche Personalentwicklungsmaßnahmen gibt es?
Zu den häufigsten Personalentwicklungsmaßnahmen gehören Seminare und Trainings, Workshops, Einzelcoaching, Teamentwicklung, Mentoring, kollegiale Fallberatung sowie E-Learning. Welche Maßnahme passt, hängt davon ab, ob Einzelne, ein Team oder eine ganze Ebene lernen sollen.
Was ist ein Soft Skills Training?
Ein Soft Skills Training stärkt überfachliche Fähigkeiten wie Kommunikation, Selbstführung, Führung und Zusammenarbeit. Anders als eine Fachschulung vermittelt es weniger Wissen und übt mehr Verhalten an echten Situationen.
Was ist der Unterschied zwischen Schulung, Seminar, Workshop und Training?
Eine Schulung vermittelt vor allem Wissen. Ein Seminar setzt auf Input und Austausch in der Gruppe, ein Workshop auf gemeinsames Erarbeiten an einem eigenen Thema. Ein Training legt den Schwerpunkt auf das Üben, bis ein Verhalten sitzt.
Was ist eine Inhouse Schulung?
Eine Inhouse Schulung findet im Unternehmen statt und richtet sich nur an die eigenen Mitarbeiter. Inhalte und Beispiele werden auf das Unternehmen zugeschnitten, und ab einigen Teilnehmern ist sie pro Kopf oft günstiger als ein offenes Seminar.
Was sind die Vorteile einer Inhouse Schulung?
Inhouse Schulungen arbeiten mit echten Fällen aus dem eigenen Unternehmen, und das Team entwickelt eine gemeinsame Sprache, die nach dem Training bleibt. Ab einer Handvoll Teilnehmern sind sie pro Kopf meist günstiger als offene Seminare, weil nach Tagen statt nach Köpfen abgerechnet wird.
Welche Schulungen sind für Mitarbeiter Pflicht?
Pflicht ist in Deutschland vor allem die Unterweisung zum Arbeitsschutz, in der Regel mindestens einmal im Jahr. Je nach Branche und Größe kommen Brandschutz, Erste Hilfe, Datenschutz und Compliance dazu. Soft Skills Trainings sind dagegen freiwillig.
Was kostet eine Inhouse Schulung?
Inhouse Schulungen werden meist pro Tag abgerechnet, offene Seminare pro Teilnehmer. Bei einem Tagessatz von 2.000 € plus einem Konzeptionstag kostet ein eintägiges Training für 12 Personen rund 333 € pro Kopf. Laut IW investierten Unternehmen zuletzt im Schnitt 1.347 € pro Mitarbeiter und Jahr in Weiterbildung.
Wie viel Weiterbildung ist pro Mitarbeiter üblich?
Nach der IW-Weiterbildungserhebung 2023 kam jeder Beschäftigte im Schnitt auf 20,3 Stunden Weiterbildung im Jahr. Bei Soft Skills wirkt ein Prozess über mehrere Termine meist stärker als ein einzelner langer Tag.
Wie misst man den Erfolg einer Schulung?
Bewährt hat sich das Kirkpatrick-Modell mit vier Ebenen: Zufriedenheit, Lernen, Verhalten im Alltag und Ergebnisse für das Unternehmen. Am aussagekräftigsten ist die Verhaltensebene, gemessen einige Wochen nach dem Training.
Kann man Schulungen für Mitarbeiter fördern lassen?
Ja, unter bestimmten Bedingungen. Die Agentur für Arbeit fördert Weiterbildung etwa nach dem Qualifizierungschancengesetz. Betrieblich veranlasste Schulungen gelten steuerlich in der Regel als Betriebsausgabe. Im Einzelfall klärst du das am besten mit Arbeitsagentur oder Steuerberatung.
Marco Schmitt - Systemischer Coach & Trainer
Nach rund zehn Jahren in Unternehmen, vom Startup bis zum Konzern, begleitet er mit Unlock Potential Teams und Führungskräfte in Köln, Düsseldorf, Bonn und online. Seine Trainings folgen genau den fünf Bereichen, die dieser Artikel beschreibt, ergänzt um Coaching für die Arbeit mit Einzelnen.